Transpirenaica: Pyrenäen-Cross per Mountainbike

Die Idee hatte ich schon länger im Hinterkopf: Einmal mit dem Mountainbike durch die Pyrenäen fahren – vom Atlantik zum Mittelmeer. Nähme man den beliebten Alpencross als Vorbild, könnte man von einem Pyrenäen-Cross sprechen. Ein wenig Internetrecherche ergab dann, dass Projekte dieser Art in Spanien unter der Bezeichnung Transpirenaica durchgeführt werden.

Flughafen San Sebastian
Im Frühjahr dieses Jahres wird mein Wunsch dann relativ spontan konkret: Ich fertige eine GPS-Datei mit der voraussichtlichen Route an, erstelle eine Liste mit Übernachtungsmöglichkeiten, buche den Flug und reserviere für die erste Nacht eine Pension.
Mitte Mai komme ich dann mitsamt Fahrrad auf dem Flughafen San Sebastián/Hondarribia im Baskenland an.

Fahrradstadt Irun
Meine Unterkunft für die erste Nacht liegt im benachbarten Irun. Irun präsentiert sich angenehm Fahrrad-freundlich. Ich radle zur Pension, esse noch etwas und gehe zeitig ins Bett.

Atlantik bei Irun im Baskenland
Am nächsten Tag geht es dann los: Im Dauerregen fahre ich von Irun aus erst mal über die Grenze nach Frankreich und dann entlang der Atlantik-Küste in Richtung Saint-Jean-de-Luz. Die Aussicht aufs Meer ist schön. Bei besserem Wetter und weniger Verkehr hätte es mir aber noch besser gefallen. Ich kürze ab und mache mich auf den Weg in die Berge.

Transpirenaica Baskenland
Hier regnet es immer noch. Der Verkehr wird aber schon deutlich weniger. Ich bekomme einen Vorgeschmack auf die Einsamkeit der nächsten Tage. Die Pyrenäen sind deutlich weniger dicht besiedelt als die Alpen. Außerhalb der Saison hat man die ganze Natur quasi für sich allein. Ich fahre durch beeindruckende Eichenwälder. Die Bäume scheinen teilweise fast durchgängig mehrere hundert Jahre alt zu sein. Weil es dauernd regnet, lasse ich die Kamera meist im Rucksack – im Nachhinein ärgert mich das ein wenig.

Pyrenäendorf
Abends übernachte ich in der Nähe von Roncesvalles. Roncesvalles ist für viele Jakobsweg-Pilger die erste Station ihrer Reise. Deshalb finde ich hier auch nicht auf Anhieb eine Übernachtungsmöglichkeit. Aber in der eigentlich vorgesehenen Pension hilft man mir – ich übernachte in einem Nachbardorf. Nach zweieinhalb Tagen lässt der Dauerregen dann endlich nach. Ab jetzt bleibt es fast durchgehend trocken. Ich entdecke die typische Schönheit der Dörfer in den Pyrenäen. Alte Häuser und neue Häuser in scheinbar traditioneller Bauweise fügen sich unauffällig in die Landschaft ein. Dazu passend fällt mir auf, wie viele Menschen hier in den Bergen noch mit sehr alten Autos unterwegs sind. Manchmal scheint es, als ob die Zeit hier stehen geblieben ist.

Refugio (unbewirtschaftete Hütte) in den Pyrenäen
Auf meiner Transpirenaika sehe ich einige Schutzhütten („Refugios“). Mit Schlafsack und Isomatte könnte man hier auch übernachten. Ich entscheide mich allerdings für Dusche, bequemes Bett und leckeres Frühstück.

Bei Aisa in den Pyrenäen
Etwa hundert Kilometer Luftline vom Atlantik weicht die bisherige Mittelgebirgslandschaft deutlich alpineren Formen. Bei Aisa sehe ich zum ersten mal die Berge, wie sich mich von nun an bis zum Mittelmeer erwarten.

Schafherde in den Pyrenäen
Pastorale Szenen prägen das Bild auf den Streckenabschnitten unter 1500m. Man lässt sich durch meine Anwesenheit nicht stören.

Transpirenaica - Broto in den Pyrenäen
Sagenhafte Panoramen sind auf der Transpirenaica ein großes Thema – wie hier beim Dörfchen Broto in Arragonien.

Transpirenaica per Mountainbike -Torla
Richtig umwerfend wird es dann, als ich nach Torla komme.

Pyrenäen Nationalpark Ordesa y Monte Perdido
Torla ist das Tor zum Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Hier gilt allerdings wie in allen Pyrenäen-Nationalparks Mountainbike-Verbot. Ich fahre also an der Grenze des Parks weiter. Der grandiosen Aussicht tut das keinen Abbruch.

Transpirenaica per Mountainbike
Ich treffe auf der Transpirenaica nur sehr wenige andere Mountainbiker. Diese beiden Spanier kommen mir aber entgegen, als ich praktischerweise ohnehin schon die Kamera in der Hand habe.

Cañón de Añisclo
Der Cañón de Añisclo gehörte zu den Highlights auf meinem Pyrenäen-Cross.

Cañón de Añisclo
Diese tiefe Schlucht ist über 10 Kilometer lang. Ein kleines Sträßchen lädt mit sanftem Gefälle zum entspannten Rollen ein. In den Sommermonaten ist dieses Sträßchen allerdings eine Einbahnstraße. Die Durchfahrt ist dann nur von unten nach oben, also von Südosten nach Nordwesten gestattet.

Cañón de Añisclo
Ganz unten in der Schlucht fließt ein wunderschöner Bach. Bei Regen kann er aufgrund der steilen Wände enorm anschwellen. Wanderungen im unteren Bereich des Cañón de Añisclo sollten dann vermieden werden.

Transpirenaica - Ordiceto Pass
Mit dem Wetter hatte ich grundsätzlich Glück. Ich musste allerdings die ursprüngliche Route etwas abändern. Hier am Ordiceto-Pass bin ich lieber wieder zurück ins Tal gefahren. Die Kombination aus Schnee, steilen Hängen, Spuren erst kürzlich abgegangener Lawinen und aufziehendem Unwetter hat mich überzeugt.

Transpirenaica per Mountainbike
Bei der Transpirenaica-Planung sollte man auch im Hinterkopf haben, dass es hier nicht an jedem Bach eine Brücke gibt. Zum Glück bin ich ich an dieser und anderen Stellen nicht während des starken Dauerregens der ersten Tage durchgekommen. Gegebenenfalls hätte ich längere Umwege in Kauf nehmen müssen.

Pyrenäendorf
Typisches Pyrenäendorf: Naturstein prägt das Bild.

Pension in Espui:  Casa Sastre
Espui im Vall Fosca ist ein solches Pyrenäen-Dörfchen : Hier hatte ich auch die beste Übernachtung auf der ganzen Transpirenaica: Super Essen, liebevolle Betreuung, schönes und sauberes Zimmer – zum mega-fairen Preis. Deshalb gibt es einen Link: Pension Casa Sastre in Espui

Transpirenaica Trails
Ich war zumeist auf Waldwegen und kleineren Straßen mit kaum Verkehr unterwegs. Aber es gab auch den einen oder anderen lohnenden Singletrail.

Rennrad fahren in den Pyrenäen
Auch für Rennradfahrer sind die Pyrenäen im Frühsommer ein echter Traum. Tolle Pässe mit wenig Verkehr bestimmen das Bild. Es schadet allerdings nicht, etwas dickere Reifen aufzuziehen. Nicht überall sind die Straßen so in Schuss wie auf diesem Bild.

Blick von den Pyrenäen aufs Mittelmeer bei Perpignan
Am elften Tag meiner Reise fahre ich über den Col d’Ares. Hier verläuft die Grenze zwischen Frankreich und Spanien – und ich sehe zum ersten mal das Mittelmeer.

Prats-de-Mollo-la-Preste
Ich fahre hinunter nach Prats-de-Mollo-la-Preste. Ein typisches katalanisches Städtchen mit schönen Platanen auf dem zentralen Platz. Im Hintergrund sieht man schon, wo es morgen weitergeht.

Pla Guillem
Es geht auf die Hochebene Pla Guillem. Am letzten Tag meiner Tour komme ich nochmal bis auf 2300 Meter. Eigentlich wollte ich noch höher – aber ich sehe wieder den Schnee und plane um. Ich fahre ins Tal und rolle im Flachen bis Perpignan, dem Ziel meiner Transpirenaica.

AKW in Frankreich
Am nächsten Morgen steige ich in den Zug und fahre nach Hause- das Idyll der Berge hat für mich erst mal wieder ein Ende. Perpignan selbst hat nicht nur Ecken, wo man sich auf Anhieb sicher und wohl fühlt. Ich bin auch froh, einen Zug zu bekommen, denn in Frankreich wird mal wieder gestreikt. Im Fernsehen zeigen sie eskalierende, gewalttätige Demonstrationen.

Fahrrad-Mitnahme im TGV (Frankreich)
Im französischen TGV kann man sein Fahrrad übrigens kostenlos mitnehmen, wenn man es in einer Tasche mit den maximalen Abmessungen 120x90cm transportiert. In meinem Fall war der Umstand „Transporttasche“ durch drei Kabelbinder und zwei Müllsäcke erfüllt. Allerdings hat dann noch ein freundlicher Zeitgenosse seine Hartschalenkoffer auf meinem Rad abgelegt. Wenn man die Koffer unter mein Bike gestapelt hätte, hätte es jetzt vermutlich ein paar Kratzer weniger.

Route für Mountainbike-Transpirenaica

Alpencross und Transpirenaica unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: Für den Alpencross gibt es mittlerweile diverse Standard-Routen, die man quasi ohne eigene Planung fahren kann. Man kann seine Route ganz nach Fahrkönnen, gewünschter Streckenlänge und persönlichem Geschmack auswählen. Im Vergleich dazu steckt die Idee der Transpirenaica noch in den Kinderschuhen. Die meisten Fahrer orientieren sich an einer Route, die der Spanier Jordi Laparra anfangs der neunziger Jahre in seinem Buch „La travesía de los Pirineos en B.T.T.“ („Die Überquerung der Pyrenäen auf dem Mountainbike“) vorgestellt hat. Die Strecke führt vom Cap de Creus am Mittelmeer nach Hondarribia am Mittelmeer. Die Strecke verläuft größtenteils auf Feld- und Forstwegen. Wer technisch anspruchsvolle Trails sucht, ist mit einem Alpencross besser bedient.
Ich selbst habe Teile dieser Route auch für meine Transpirenaica gewählt, allerdings mit zahlreichen Änderungen. Ich bin die Strecke auch in umgekehrter Richtung gefahren. Ich war zwölf Tage unterwegs und bin dabei 930 Kilometer mit 22.500 Höhenmetern gefahren.

Links mit Infos zur Route von Jordi Laparra:
Übersicht über die einzelnen Etappen, mit großer Liste an Hotels, Fahrradläden etc. (auf Spanisch)
GPS-Route auf gpsies.com (827 Kilometer, 32.995 Höhenmeter)
GPS-Route auf wikiloc.com (998 Kilometer, 25448 Höhenmeter)

Anreise/Abreise Transpirenaica

An- und Abreise sind für die meisten deutschsprachigen Leser länger als bei einem typischen Alpencross. Wer fliegen möchte, kann am Mittelmeer zwischen den Flughäfen Perpignan und Barcelona wählen. Am Atlantik empfiehlt sich der Flughafen San Sebastián. Er liegt direkt in Hondarribia, dem ziel der Transpienaica von Jordi Laparra. Ich selbst bin nach San Sebastián geflogen und von Perpignan aus mit dem Zug zurück gereist. Grund: Mit dem Zug ist man flexibler, und man braucht auch keine Kiste oder Fahrradkoffer wie im Flugzeug. Ich habe für den Hinflug das Fahrrad in einem Pappkarton verpackt, den ich dann am Flughafen entsorgt habe (Recycling-Container waren in unmittelbarer Nähe vorhanden, eine freundliche Dame von der Guardia Civil hat mir den Weg gezeigt). Wer zurück ebenfalls fliegen möchte, sollte am besten etwas zusätzliche Zeit einplanen, um sich bei einem Fahrradhändler vor Ort einen passenden Karton besorgen.

Reisezeit Transpirenaica

Allgemein wird für Radtouren in den Pyrenäen entweder der Frühsommer oder der Herbst empfohlen. Im Sommer kann es teilweise sehr heiß werden. Man sollte aber auch nicht zu früh starten, denn dann liegt noch Schnee. Ich selbst hatte mir Strecken bis auf 2.800 Meter Höhe ausgesucht und bin Mitte Mai gestartet. Höher als 2.300 Meter bin ich allerdings nicht gekommen, darüber gab es teilweise sogar Neuschnee. Wer gleichzeitig früh im Jahr reisen möchte und hoch hinaus will, sollte also bereit sein, seine Route gegebenenfalls flexibel umzuplanen.

Übernachten in den Pyrenäen

Ich habe immer in Hotels oder Pensionen übernachtet. Ursprünglich wollte ich zelten – habe mich dann aber für mehr Komfort und weniger Gepäck entschieden. Außerhalb der Saison bin ich auch ohne Reservierung gut klargekommen. So konnte ich meine Reiseplanung flexibel halten. Ich habe zwischen 14 Euro in einer Jugendherberge (Hüttenschlafsack und Handtuch hatte ich dabei) und um die 50 Euro in Hotels gezahlt. Im Schnitt betrugen die Kosten für eine Übernachtung mit Frühstück ca. 35-40 Euro.

Sprachen in den Pyrenäen

In Spanien wird ja bekanntlich nicht überall einfach „Spanisch“ gesprochen. Meine Transpirenaica verlief durch Gebiete, in denen Baskisch, Aragonesisch und Katalanisch, sowie das verbreitetere Spanisch/Kastilisch gesprochen wird. Außerdem hat mich die Tour auch ein Stück weit durch Frankreich geführt. Viele Bewohner des spanischen Teils der Pyrenäen sprechen Spanisch als erste und Französisch als zweite Fremdsprache. Wer mit dem Anspruch anreist, sich überall auf Englisch verständigen zu können, wird scheitern. In den wenigen größeren Hotels findet sich schon oft jemand, der etwas Englisch kann. Ein Grundwortschatz auf Französisch oder besser noch Spanisch ist aber hochgradig empfehlenswert.

Nationalparks in den Pyrenäen

In den Pyrenäen gibt es drei Nationalparks:

  • Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici (Spanien)
  • Nationalpark Ordesa y Monte Perdido (Spanien)
  • Parc national des Pyrénées (Frankreich, der größte Nationalpark der Pyrenäen)

In allen dreien gilt absolutes Mountainbike-Verbot. Der besonders große Parc national des Pyrénées kann allerdings auf Asphalt durchquert werden. Pässe wie Col de Tourmalet und Col d’Aubisque gehören immer wieder zu den Highlights der Tour de France.
Link zur Orientierung bei der Routenplanung: Pyrenäen Nationalparks auf Google Maps

Weitere Hinweise

Wie bereits erwähnt, sind die Pyrenäen recht dünn besiedelt. Es gibt im Vergleich zu den Alpen viel weniger Ortschaften, und diese bestehen oft nur aus ein paar Häusern. Ein Gasthaus ist oft dabei – Kaffee trinken und zwischendurch etwas essen geht also meistens. Ein Lebensmittelgeschäft gibt es allerdings bei weitem nicht in jedem Dorf. Falls doch, ist das meist ein kleiner Tante-Emma-Laden. Deshalb sollte man im Zweifelsfall immer lieber etwas zu viel als zu wenig Nahrung dabei haben. Ich hatte auch meistens bis zu drei Liter Wasser dabei. Es gibt weniger Brunnen als in den Alpen und man könnte zwar auch aus Bächen trinken – manchmal geht das aber eben auch in die Hose.
Ganz wichtig: Wo es keine Supermärkte gibt, ist auch nicht immer ein Fahrrad-Geschäft in der Nähe. Deshalb gut überlegen, was man an Werkzeug und Ersatzteilen mitnimmt. Ich hatte beispielsweise zwei Paar Ersatz-Bremsbeläge dabei und habe beide benötigt. Ich hatte auch relativ viele Plattfüße. Meistens waren es Dornen, die im Reifen steckten.
Das Wetter kann in den Bergen grundsätzlich schnell wechseln. In den Pyrenäen können dann auch mal 30 Kilometer zwischen zwei trockenen Plätzen liegen. Man sollte auf jeden Fall den Wetterbericht beachten, gute Regenbekleidung dabei haben und auch auf Temperaturschwankungen vorbereitet sein.
Die Wege sind in den Pyrenäen abseits befestigter Straßen nicht durchgängig ausgeschildert. Das gilt auch für die oben vorgestellte, beliebteste Transpirenaica-Route. Deshalb sollte man unbedingt GPS dabei haben oder alternativ wenigstens sehr gut mit Karte und Kompass umgehen können. Ich war mit Oruxmaps als Navigationssoftware auf meinem Mobiltelefon unterwegs. Auf dem Open Street Map Hike&Bike Map Kartenmaterial waren zwar nicht alle Wege eingezeichnet, aber ich habe auch keine unliebsamen Überraschungen erlebt.

7 Gedanken zu „Transpirenaica: Pyrenäen-Cross per Mountainbike“
  1. Danke für den netten Kommentar 🙂 Ja, ich war alleine unterwegs – es war wirklich sehr erholsam, mal komplett abzuschalten. Angesichts der weiten Entfernungen und der Einsamkeit wäre es aber auch sinnvoll gewesen, nicht alleine zu fahren – falls denn doch mal etwas sein sollte.

  2. Hallo, vielen Dank für deinen Bericht.
    Der Bericht gibt einen schönen Überlbick und vor allem wichtige detaillierte Informationen für alle, die so was ähnliches vorhaben.
    Meine Frau unch ich planen für 2017 ebenfalls eine Trans-Pirenaica (wahrscheinlich auch im Mai mit einem Cube HPA 160 Race, also einem Fully; ein anderes Rad haben wir nicht) und hätte noch einige Fragen:

    Warum bist Du von West nach Ost gefahren? Einige Strecken, darunter die vom den von dir zitierte Spanier sowie die zwei Deutschen, die auch ein Buch darüber geschrieben haben, fahren von Ost nach West.
    Gibt es da Gründe? Oder einfach nur persönliche Vorlieben? Oder hat das was mit dem Wetter/Wind zu tun?

    Hattest Du als Gepäck einen Rucksack sowie auf dem Bild sehend eine Tasche hinter dem Sattel?

    Wie ist die Beschaffenheit des Weges? So wie ich es rausgelesen habe, viel Asphalt und Schotter und wenige(r) Trails? Ich denke, das ist auch bei so einem Unterfangen OK.

    Wie hast du dich vorbereitet bei der Planung? Ich habe ein paar mal gelesen, dass du die ursprüngliche Route abgeändert hast. Hast du daheim für die höher liegenden Etappen schon Ersatzrouten ausgearbeitet? Oder das vor Ort entschieden?

    Alles im Allem hört sich das doch mehr nach Abenteuer an, als ein Alpencross. Ich/wir haben mehrere Alpencrosse gefahren. Bei denen habe ich immer die Etappenziele festgelegt sowie die Hotels im Vorfeld gebucht. Ich glaube, bei einer Trans-Pirenaica wird man dann doch den Hauch von Abenteuer „spüren“, da man hier wohl eben nicht alles schon im Vorfeld festlegen kann.

    Ich danke dir für die Beantortung der Frage.
    BTW: Gibst du deine Strecke als GPS-Daten raus? Wenn ja, wo kann man sie finden?

    Grüße
    Björn

  3. Hi Björn,
    Sowohl die Richtung (West-Ost) als auch die Routenwahl an sich hingen meiner persönlichen Situation zusammen.
    West-Ost: Ich hatte ursprünglich ein paar sehr hohe Berge nahe am Mittelmeer im Auge. Ich dachte mir, dass sie eher schneefrei wären, wenn ich eine Woche später vorbeikäme. Hat aber nichts genutzt. Der zweite Grund war die Abreise. Weil man da nicht reservieren muss und keinen Koffer/Karton benötigt, bin ich mit dem Zug zurückgefahren. Das ging von Perpignan aus deutlich schneller als von Irun (hätte 18-20 Stunden gedauert).
    Routenwahl: Ich habe die klassische Route mit zwei Zielen abgeändert. Erstens habe ich vermutlich unspektakuläre Feldwegstrecken auf Asphalt verlegt um die Reisezeit zu verkürzen. Zweitens wollte ich einige etwas höhere, spektakulärere Sachen ausprobieren. Da lag dann aber wie beschrieben Schnee. Ich kann keine Garantie geben, dass das selbst für sehr gute Fahrer machbar gewesen wäre. Ich schau mir gerne solche Sachen an – auch auf die Gefahr, dass ich sehr viel schieben/tragen oder eben wieder umdrehen muss. Meine Route ist also definitiv keine Empfehlung zum Nachfahren! Deshalb habe ich sie nicht veröffentlicht. Wenn du magst, kann ich sie dir aber per Mail schicken. Zum ungeprüften Nachfahren würde ich aber 100% eher die bewährte Strecke von Jordi Laparra nehmen.
    Ich hatte eine 14 Liter Satteltasche von Apidura (Achtung, nicht mit absenkbaren Sattelstützen kompatibel) und einen Deuter Transalpine Rucksack dabei.
    Die Ersatzrouten habe ich spontan beschlossen – ich hatte mir allerdings erstens zu hause und zweitens am jeweiligen Vortag schon Gedanken über mögliche Alternativen gemacht.
    Die Route von Jordi Laparra hat einen relativ niedrigen Trailanteil. Das meiste ist zweispurig. Mein Gedanke war, Feldwege einerseits durch kleine Sträßchen (super, sehr wenig Verkehr da unten) und Singletrails (sind leider oft viel schlechter gepflegt als in den Alpen, deshalb immer ein Risiko) zu ersetzen.

    Ich wünsch euch viel Spaß bei eurem Projekt. Falls noch Fragen offen sind, melde dich gerne nochmal!

  4. Hallo Flo,
    super vielen Dank.

    Also ich bin ziemlich sicher, dass wir das machen werden, wenn wir die An- und Abreise einigermassen organisiert bekommen. Aber da bin ich guter Dinge.

    Wenn Du mir deine tatsächlich gefahrene Route mailen kannst, wäre das klasse, dann muss ich mir nicht die Mühe machen, die Forststraßen durch Asphalt zu ersetzen beim Planen. Wenn nicht, die geplante würde ich zu Planungszwecken auch nehmen.
    Wir würden aber wahrscheinlich von Ost nach West fahren, sind da aber auch noch offen für alles. Wie gesagt, wir fangen gerade an zu planen, und heute müsste auch das Buch von den zwei Deutschen kommen.

    Ich denke schon, dass wir hier nicht die üblichen Transalp-Kriterien anwenden. Da habe ich doch immer auf einen hohen Trailanteil geschaut. Doch eine Transalp mit 20.000 Höhenmeter sind wir noch nicht gefahren, auch die Länge nicht, unsere längste Transalp waren 7 Fahrtage.
    So gesehen unterscheidet sich das schon von der Transalp; man sollte das meiner Meinung nach eh nicht miteinander vergleichen.
    Bei unseren Transalps hatten wir oft Tagesetappen von 30-40 Kilometer mit 1.500-1.900 Höhenmetern. Das schaut doch für die Trans-Pirenaica ein wenig anders aus.
    Deshalb ist ein hoher Asphaltanteil nicht verkehrt, zumal ich gesehen habe, dass es von Thule einen Heck-Gepäckträger gibt, der auch für Fullys funktioniert. Wir haben nämlich absenkbare Sattelstützen. So gesehen wäre eine Überlegung mit kleinen Packtaschen zu fahren oder eine Packtasche auf diesen Thule Gepäckträger draufzulegen, dann wären schwerere Trails wohl eh nicht mehr mit Genuss fahrbar.

    Sollte mir im Laufe der Planungen etwas einfallen, würde ich so frei sein, mich nochmals zu melden.

    Vielen Dank für die Unterstützung.

    PS: Wie ging das mit dem Zug dann in der Schweiz und Deutschland? Haben die das mit dem zusammengeferchten Rad akzeptiert, oder hast du das an der Grenze wieder zusammengebaut?
    Natürlich wäre mir fliegen lieber, aber OK, Zug geht auch. Ich bin schon mal vor 20 Jahren von Portbou bis München mit dem Zug und Rad gefahren, damals wurde allerdings das Rad verschickt und kam dann 3 Tage später an und musste am Hauptbahnhof abgeholt werden……

  5. Was für ein Buch gibt es denn da auf Deutsch? Das kannte ich nicht. Gepäckträger wird wohl von vielen Pyrenäen-Überqueren genommen. Gerade weil die Standard-Route nicht empfehlenswert ist.
    Mit dem eingepackten Fahrrad im Zug war es kein Problem, weil ich nur im TGV und in Deutschland dann im örtlichen Nahverkehr unterwegs war. Mir wurde übrigens auch schon berichtet, dass das im ICE ebenfalls funktioniert – auch wenn es nicht beworben wird.
    Ich lass dir GPS-Route zukommen, sie ist aber wirklich nicht zum Nachfahren empfohlen. Unbedingt im Detail auf Fahrbarkeit überprüfen!

  6. Hi,
    sorry, war auch im Urlaub.
    Das Buch ist von Birgit Wenzel und heisst: Pyrenäen-Cross: Mit dem Mountainbike vom Mittelmeer zum Atlantik
    In weiten Teilen deckt sich das mit der Route von Jordi Laparra. Sie haben einige „Extras“ eingebaut, sind aber auch mit Begleitfahrzeug gefahren.
    Ist aber trotzdem nett zu lesen. Die Autofahrer haben dann entweder Tagestouren gefahren oder sind gewandert; das ist alles beschrieben.

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